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Yak und Yeti: Der Göttin nahe

Wen wundert es, dass in Nepal, dort wo der Himalaya sich  auftürmt und der höchste Berg der Welt in den Himmel ragt, die Götter am nächsten sind? Buddhisten und Hindus sind jedenfalls in seltener Eintracht davon überzeugt, dass Heerscharen von Göttern diesen Himmel bevölkern. Um sie rankt sich eine schier unerschöpfliche Zahl von Legenden, denn – so glauben die Nepali – nur durch Legenden und Gleichnisse kann man sich der unaussprechlichen Wahrheit nähern.Nicht so offensichtlich ist es, dass dieser harte Wall aus Fels und Eis, der sich steil aufgerichtet zum Sitz der Götter erhebt ausgerechnet von einer Göttin in Auftrag gegeben wurde. Oder doch? Ihr Name ist Adi Shakti Maha Maya, was so viel wie Urkraft der Schöpfung bedeutet. Als sie aus der unendlichen Stille mit dem Urlaut OM geweckt mit ihrer Schöpfung begann, setzte sie drei Götter ein, die die Geschicke der Welt ordnen sollten und einen von ihnen, namens Brahma, beauftragte sie mit dem Auftürmen von 8 Gebirgsketten. Unter ihnen ist – sie haben es erraten – der Himalaya. 

Übrigens Adi Shakti Maha Maya eignet sich bei ausreichender Wiederholung vorzüglich als Mantra, falls Sie sich in entspannte Meditation versenken wollen. Wem allerdings Adi Shakti Maha Maya nicht so ganz  leicht über die Lippen geht darf sie auch Durga nennen. Die „Jenseits des Erreichbaren“  der Ursprung aller Anfänge und der Samen des Lebens ist. Ihr Symbol ist das Yantra, ein auf die Spitze gestelltes Dreieck mit einem Punkt in seiner Mitte. Um sich in das Kraftfeld dieser Göttin zu begeben, müssen sie nicht auf den Everest steigen. Sie können es auch in Katmandu erleben. Im Kumari Chen, im Palast der Kumari.  

Täglich versammelt sich im Innenhof dieses Palastes gleich beim Durbar Square und in der Mitte des Tempelbezirks von Katmandu eine bunte Schar von Pilgern und Touristen. Es herrscht Stille. Alle warten. Warten darauf, dass sich die hölzernen Fensterläden im ersten Stock öffnen und sich die Kumari, die lebende Göttin, zeigt.

Die Kumari ist ein junges Mädchen und in ihr manifestiert sich die kreative Energie, das Shakti, der Urgöttin. Darin sind sich Buddhisten und Hindus einig. Seit Jahrhunderten wird sie verehrt und selbst die Könige Nepals mussten vor ihr die Knie beugen und sich Ihres Wohlwollens versichern, wenn ihre Herrschaft unter einem guten Stern stehen sollte.

Die Kumari sieht in die Vergangenheit und in die Zukunft, heilt Krankheiten und ebnet den Weg zum Glück für die, die reinen Herzens sein. Die Bösen bestraft sie mit einem vernichtenden Blick ihrer Augen.

In einem geheimen Verfahren wird sie erwählt und bleibt bis zu Ihrer ersten Menstruation im Palast umgeben von buddhistischen Mönchen. Denn sie darf kein Blut vergießen. Schon die kleinste Wunde würde sie ihrer göttlichen Energie berauben.

Niemand weiß wann und ob sie sich zeigt. Plötzlich ist sie da. Geschminkt und in prächtigen Kleidern. Ein Raunen geht durch die im Innenhof Versammelten. Sie nimmt Platz auf ihrem Thron über den Köpfen der Menge und unter ihr wird es still. Atemlos still.

Ihren größten Auftritt hat die Kumari beim jährlichen Dashain, dem wichtigsten religiösen Fest Nepals. In einer prächtigen Prozession wird sie auf einem von Wasserbüffeln gezogenen Wagen durch die Stadt geführt. Das Dashain Fest  erinnert an den Sieg der Göttin Durga über den Büffel Dämon. Und jedes Jahr bezahlen dafür unzählige Büffel mit ihrem Leben. Ihre Kehlen werden von den scharfen Kukri Macheten der Ghurkas – einst Elitesoldaten im Solde Englands – durchschnitten.

Viele Fragen und wilde Spekulationen gibt es darüber, was denn mit einer Kumari geschieht, wenn sie zur Frau und abgelöst wird. Die einen behaupten, dass kein Mann in Nepal, der von ihrer Vergangenheit Kenntnis hat, es wagen würde, sie zur Frau zu nehmen, denn bei einer Defloration würden Schlangen aus ihrer Vulva kriechen und den Mann entmannen…

Die anderen sagen, sie kehrt in ein ganz normales Leben zurück. Allerdings muss sie nachlernen, was sie in der Schule versäumt hat. Dazu wird sie auch während ihrer Amtszeit von den Mönchen in weltlichem Wissen unterrichtet.

 

Wie dem auch sei, sie ist in aller Munde. Für die einen ein barbarische Tradition für die anderen ein Mythos, der die Seele fliegen lässt weit über die Gipfel des Himalaya, dorthin wo die Götter wohnen…. 

 
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