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Pink Sari Revolution

Ein pinkfarbener Stock war Sampat Pals Kampfansage bei einer Kommunalwahl von 2007 im Indischen Banda. Die Frau, die über 20.000 Mitglieder in einer Selbstschutzgruppe versammeln konnte, trat gegen lokale Größen in der Politik an, die sich ihren Einfluss in der indischen Region mit Gewalt, Repressionen und Einschüchterungen sicherten. Kaum ein Dorfbewohner im Bezirk Banda blieb davon verschont. Die Geschichte einer Frau, die die Missstände innerhalb der indischen Gesellschaft nicht mehr länger hinnehmen wollte, erzählt Amana Fontanella-Khan erstmals in „Pink Sari Revolution“.

Pink verbindet

Folgt man der medialen Berichterstattung der vergangenen Zeit, könnte man meinen, dass brutale Vergewaltigungen von Frauen in Indien trauriger Alltag sei. Nicht selten sind sie Anlass für Racheakte zwischen den Angehörigen der Opfer und den vermeintlichen Tätern. Eine faire rechtliche Anhörung bleibt die Ausnahme. Häufig münden die Auseinandersetzungen in eine Spirale der Gewalt, die auf die gesamte Gesellschaft Indiens übergreift. Einzelfallbeispiele schildert Fontanella-Khan in ihrem rund 250 Seiten starken Buch „Pink Sari Revolution“. Einer davon ist Thokia, der um die Dörfer des Bezirks Banda zog und die Bewohner wissen ließ, dass er jeden erschießen werde, wenn seine Mutter bei den anstehenden Kommunalwahlen nicht gewählt werde. Thokia ist dabei eine seltsame Robbin-Hood-Figur, die vor allem wohlhabende Grundbesitzer erpresste. Damit begann er erst, nachdem seine Schwester brutal vergewaltigt worden war, ohne dass die Täter jemals zur Rechenschaft gezogen wurden.

Eine Geschichte, die Aufmerksamkeit verdient

Sampat Pal, Anführerin der Gulabi Gang, stellt sich als Kandidatin gegen Thokias Mutter sowie andere Politiker auf, um ein Zeichen zu setzen: Angst zu schüren, ist zwar ein wirkungsvolles Instrument, um an Macht zu gelangen – ihr zu erliegen aber genauso, um sich in die Unterdrückung zu manövrieren. Sampat Pals Rolle als Gangleader der „pinkfarbenen Bande“ gewinnt eine zusätzliche Bedeutung, als sie erfährt, dass ein Mädchen bezichtigt wird, als Angestellte im Haus eines Abgeordneten gestohlen zu haben. Eine Anhörung vor Gericht gab es für das Mädchen aber nicht. In pinkfarbenen Saris und Stöcken rückte die Gulabi Gang aus, um die Anschuldigungen auf den Prüfstand zu nehmen und festzustellen, dass es sich um einen Vorwand handelte, eine weitere Vergewaltigung zu verschleiern.

Amana Fontanella-Khans „Pink Sari Revolution“ ist im Hanser Literaturverlag Berlin erschienen.

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