Gerbermühle, Frankfurt: Ein Anwalt zeigt sein ängstliches Gesicht. 
"> Blogdetail - Sine-Sine

Franchise: Ein Tischgespräch in Frankfurt

Wien 

Biergarten der Gerbermühle, Frankfurt: Ein Anwalt zeigt sein ängstliches Gesicht. Daniel Kroos, seit Gründung der SINE-SINE AG im Aufsichtsrat, hat sich stets „für das Wohl der Gesellschaft bis aufs Äußerste eingesetzt“, wie er zwinkernd erzählt. Im Jahr 2010 wurde er vom Vorstand Horst Harald Vieth angesprochen, ob er nicht im Rahmen der Gründung als Aufsichtsratsmitglied und Wirtschaftsanwalt die Gesellschaft unterstützen wolle. Bei der Eröffnung des SINE-SINE-Studios in Frankfurt landete auch er schnell auf der Behandlungsliege. Beim Gedanken an Sugaring verlässt ihn jedoch der Mut. Kein Wunder also, dass er bei einem gemeinsamen Mittagessen mit Maria Luise Bauer und mir schnell auf ein anderes Thema schwenkte: Franchise. Ein sicheres Terrain.
 
Helena: Was hat dich denn am Konzept SINE-SINE damals überzeugt? Was kanntest du überhaupt von der Marke?

Daniel: Gar nichts.

Helena: Du kanntest nichts?

Daniel: Nein. Das ist die klassische Aufgabe von Wirtschaftsanwälten: immer mal wieder im Aufsichtsrat von Aktiengesellschaften zu sein.

Helena: Na, toll. Jetzt hast du mich desillusioniert.

Daniel: Ich habe das Konzept von SINE-SINE erst mit der Zeit kennengelernt. Aber ich habe schmerzhafte Erfahrungen gemacht mit der Marke. Hier in Frankfurt, bei der Eröffnung. Sugaring, Rücken. Dann noch Maniküre und Pediküre. Zwei Jahre später (lacht). Und ich habe zwei Peelings zu Hause.

MariaSusanne und ich überreden ihn gerade dazu, entweder ein zweites Mal zu kommen oder IPL auszuprobieren.

Daniel: Wir können aber über etwas anderes reden: Die Idee des Franchise-Unternehmens als bipolare Expansionsstrategie durch die Schaffung eigener Läden. Nennen wir das Kind doch beim Namen: Es ist doch relativ schwierig, Franchise-Nehmer zu finden.

Helena: Worin genau besteht denn die Schwierigkeit?

Daniel: Es ist nicht einfach, Franchise-Nehmer zu finden, die gewillt und in der Lage sind, Geld zu investieren und das Konzept mit alle seinen Ansprüchen umzusetzen.

Helena: Wer ist also der perfekte Franchise-Nehmer?

Daniel: Am besten nimmt man jemanden, der bereits Branchenerfahrung hat. Findest du nicht, Maria?

Maria: Eigentlich sind wir alle branchenfremd (lacht). Und es klappt dennoch sehr gut. Man braucht grundsätzliches Interesse an den Dingen, die man macht. Man muss als Franchise-Nehmer zwar nicht selbst behandeln – das kann ich ja auch nicht. Dafür muss man aber gutes Personal finden und sich generell mit der Materie beschäftigen.

Daniel: Aber ich glaube, dass es wirtschaftlich schwierig ist, wenn man direkt von Anfang an das volle Personal bezahlen muss, ohne seine eigene Arbeitsleistung einzubringen. Das kann man ja in vielen Start-ups beobachten. Man hat ja nicht von Anfang an einen flüssig funktionierenden Geschäftsbetrieb – den muss man erst einmal aufbauen. Hat man genug Geld, öffnen sich einem natürlich gerade für die Anfangszeit ganz andere Möglichkeiten.

Helena: Warum ist das Konzept SINE-SINE so erfolgsversprechend?

Daniel: Wir erleichtern den Franchise-Nehmern den Start. Sie bekommen eine Marke mit einem Marketing-Konzept in einem echten Wachstumsmarkt. Es ist eben nicht das fünfte Fastfoodrestaurant in der Stadt, das kurz nach der Eröffnung Probleme bekommt, weil drei Straßen weiter aus Versehen noch ein Laden der selben Kette steht. Mit SINE-SINE hat man sich noch als Primus in jeder Stadt.

Maria: Wenn man überlegt, sich selbstständig zu machen, gibt es zwei Möglichkeiten: Franchise – dann muss man monatlich eine Gebühr entrichten – oder man eröffnet ein Studio auf eigene Faust. Der Vorteil, sich einem Franchise-Unternehmen wie SINE-SINE anzuschließen, ist der, dass man von uns das volle Konzept bekommt. Dadurch vermeidet man Fehler, die unter Umständen viel Geld kosten.

Daniel: Man hat schon die richtigen Produkte, die richtige Qualität, das richtige Konzept mit dem Marketing, die richtigen Preise, die der Markt auch annimmt.

Maria: Wir können sagen, wie viele Mitarbeiter man am Anfang braucht, wie lange es dauert, bis die ersten Kunden kommen.

Helena: Man profitiert ja allein schon vom Bekanntheitsgrad: Wenn ich ein Waxing-Studio sehe, das nicht zu einer etablierten Marke gehört und sich gegebenenfalls noch kein vertrauensvolles Image verdient hat, glaube ich im ersten Moment nicht an qualitative Arbeit. Das ist natürlich objektiv gesehen völliger Blödsinn. Aber ich habe als Kundin nicht die Sicherheit, dass das Studio von anderen Kunden vorgetestet wurde und langfristig bestanden hat.

Maria: Wenn dein Studio zu einer Kette gehört, weiß der Kunde, dass es funktioniert. Ansonsten hätten die Studios nicht so viele Kunden und könnten nicht weiter wachsen. Die Qualität kann also nicht so schlecht sein.

Helena: Wenn mir das SINE-SINE-Konzept als potentieller Franchise-Nehmer gefällt, wie geht es weiter? Was mache ich beispielsweise, wenn ich kein Startkapital habe?

Daniel: Dann musst du es dir leihen. Aber wir geben immer zu bedenken, was das bedeutet. Die Kosten bei einer Existenzgründung mit SINE-SINE beginnen ja schon bei der Einrichtung des Studios. Kalkulation ist dann der Schlüssel zu einer langfristigen Selbstständigkeit.

Helena: Muss es bei der Ladeneinrichtung immer dieselbe weiße Couch sein? Oder wie ist da der (eventuell auch finanzielle) Spielraum?

Maria: Es muss nicht die gleiche Couch sein. Aber es muss von uns abgenommen werden. Unsere Architektin achtet sehr genau auf eine rote Linie in der Studio-Gestaltung. Sie entscheidet letztlich, ob es passt. Bei unseren Franchise-Studios in Mannheim und Wien kann man gut ablesen, wie groß der Gestaltungsspielraum ist. Allein die Gebäude der beiden Wiener Studios sind schon außergewöhnlich schön. Ich denke, man muss es auch von den Ecken und Winkeln abhängig machen, die eine Location mit sich bringt. So hat es bislang immer geklappt, das Design individuell zu gestalten. Köln hat eine stylische Decke mit pink-farbenen Aussparungen und dunklem Holzboden. In Bonn führt eine Treppe zur Rezeption, von der man auch lounge-artig einen Überblick über den Eingangsbereich hat. In Düsseldorf und Frankfurt gibt es viele einzelne Teilbereiche für Kabinen, Nagelkosmetik und Pediküre. Alles ist möglich. Es braucht nur ein wenig Kreativität.

Helena: Man kann aber dennoch genau vorauskalkulieren, wie viel eine Existenzgründung mit SINE-SINE kosten wird?

Maria: Das haben wir alles aufgestellt. Wir können also genau sagen, wie viel eine Eröffnung kosten wird. München und Hamburg wären die Standorte, die wir uns noch am meisten wünschen. Sie wären für SINE-SINE prädestiniert.

Daniel: Wir brauchen jemanden, der engagiert ist, unternehmerisch denken kann und will und mit der Zeit auch eine Beziehung zu dem entwickelt, was er macht, wenn er branchenfremd ist. Denn ohne das alles geht’s nicht.

Maria: Ein Problem, das noch immer da ist, aber noch viel brisanter wird, wenn die Marke noch nicht bekannt ist, ist die Gewinnung von Personal. Der Beruf ist in Deutschland nicht wirklich bekannt. Unter Kosmetikerin kann man sich etwas vorstellen. Unter Depiladora eher nicht. Bei uns werden die Depiladoras geschult und ausgebildet. Zugleich werden sie für die Branche sehr gut bezahlt. Sie haben gute Aufstiegschancen. Wir haben eine Umsatzbeteiligung eingeführt. Jedem Mitarbeiter steht es damit frei, den Laden mit zu entwickeln und aufzubauen. Je mehr er das tut, desto mehr verdient er auch. Alle unsere Studioleitungen waren außerdem normale Mitarbeiterinnen, die aufgestiegen sind, weil sie sich in besonderer Weise hervorgetan haben. Studioleitungen behandeln dann nicht mehr, sondern haben im Schwerpunkt organisatorische Aufgaben.

Helena: Warum war Frankfurt in der damaligen Überlegung so ein guter Standort für SINE-SINE?

Daniel: Frankfurt bietet viel: Eine Studentenstadt mit vielen potentiellen Kunden trotz der hohen Dichte an Konkurrenz. Die Stadt ist international. Viele Menschen gehen hier ein und aus, sodass man immer wieder neue Kundschaft gewinnen kann.

Helena: Zum Schluss bleibt mir nur noch eine Frage: Was machen wir eigentlich mit dir, Daniel? Was müssten wir tun, damit du dich noch einmal zum Waxing traust? Es kommen doch so viele Männer zur Behandlung!
Maria: Mit seiner Frau reden. An der Geschichte bleiben wir dran!

< zurück vor >
Artikel kommentieren und bewerten

Neuste Artikel

Männer bei SINE-SINE

Die perfekte Hautpflege im Sommer

Summer Time: So pflegen Sie Ihre Haut im Sommer richtig!

Just Five: Unsere Beauty Essentials

Unsere Top 5 Beauty Produkte haben wir in unserem Artikel für Sie zusammengetragen.

Zurück zur Übersicht

ES GIBT KONSTELLATIONEN,
da müssen alle Beteiligten Haare lassen.

Karl Heinz Karius